55. HSS – Bericht des Zuchtwartes

55. Hauptsonderschau des SV der Luchstaubenzüchter

Vom 2.-5.01.2020 fand wie immer am Traditionsort Neudrossenfeld unter der Schirmherrschaft des Landrates des Landkreises Kulmbach Klaus Peter Söller unsere HSS statt. Mit 1177 Tauben waren beste Rahmenbedingungen gegeben, die durch die Ausstellungsleitung Stefan Iding und Jürgen Beck für einen vollen Erfolg der 55.HSS sorgten.

Einreihiger Käfigaufbau in Augenhöhe und hervorragende Lichtverhältnisse trugen maßgeblich dazu bei.

Unser besonderer Dank gilt dem Geflügel- und Kaninchenzuchtverein Neudrossenfeld und Umgebung e. V. unter Leitung seines Vorsitzenden Harald Kull für die Unterstützung und Versorgung der Aussteller und Besucher.

Bevor ich zur Einschätzung der einzelnen Farbenschläge komme, vorweg einige grundlegende Bemerkungen.

Unsere Luchstaube soll und muss eine Formtaube bleiben, die durch Betonung der Brustbreite und Brusttiefe auf sich aufmerksam macht. Auch wenn wir in der Zeichnung Binden und Schuppung eine Perfektion erreicht haben, die selbst bei unseren Farbentauben seines Gleichen sucht.

Bei der Bewertung unserer Luchstauben ist folgende Reihenfolge unbedingt einzuhalten: Form, Grundfarbe, Zeichnung. Ein Tier mit einer vorzüglichen Binde bzw. Schuppung, aber Wünsche o. Mängel in der Form und oder Grundfarbe hat, hat keinen Anspruch auf eine sg Bewertung.

Auch wenn wir keine King- oder Strasserköpfe haben wollen, müssen wir auf mehr Substanz und Form des Kopfes hinarbeiten. Der Luchstaubenkopf zeichnet sich dadurch aus, das sich der höchste Punkt des Kopfzuges vor dem Auge befindet. Gerade unsere 1,0 sollten schon als solche am Kopf erkennbar sein.

Die Rückenabdeckung ist nach wie vor eine Aufgabenstellung, nicht nur im blaugeschuppten Farbenschlag, obwohl wir hier schon viel erreicht haben. Auffallend viele schwarze Tiere zeigten auf der HSS eine schlechte Rückenabdeckung, vereinzelt auch bei Rot und Gelb. Hier müssen wir von Anfang an gegensteuern, um einer Ausbreitung dieses Übels entgegenzuwirken.

Die Augenfarbe bei unseren gelben Farbenschlägen gilt weiterhin unsere Aufmerksamkeit, denn diese kann ruhig intensiver gewünscht werden.

Auch wenn unsere blauen Farbenschläge Ortfedern zeigen, was genetisch bedingt ist, müssen wir bei unseren Schwarzen, Roten und Gelben Luchstauben auf durchgefärbte Ortfedern bzw. Schwanzfarbe hinarbeiten.

Diese hier genannten Schwerpunkte sollten wir beachten, um den hohen Zuchtstand unserer Luchstauben zu festigen bzw. zu erhalten.

Gewinner der Gedächtnis- und Förderpreise waren:

Friedrich Wilhelm Müller Gedächtnispreis auf alle Blauen- weißschwingigen:

Poschizki, Lars auf blau mit weißen Binden mit 386 Punkten

Hans Häuser Gedächtnispreis auf alle Schwarz-, Rot-, Gelben weißschwingigen:

Wegerer, Hermann auf Schwarz mit weißen Binden mit 386 Punkten

Werner Deutschmann Gedächtnispreis auf alle Farbschwingigen:

Schedl, Ludwig auf gelb-weißgeschuppt mit 385 Punkten.

SV Vorsitzender Wolfgang Dubrau stiftete 2 Förderpreise auf 4 Jungtiere der 2 zahlenmäßig schwächsten Farbenschläge:

gelb-weißgeschuppt farbschwingig       Schedl, Ludwig mit 373 Punkten

rot-weißgeschuppt farbschwingig         Beckmeier, Klaus mit 378 Punkten

Michael Gambel Wanderpokal auf 6 Jungtiere:

Wegerer, Hermann Schwarz mit weißen Binden weißschwingig mit 577 Punkten

Den Reigen der Ausstellungstiere eröffneten zur 55. HSS unsere Silber-weißgeschuppten Luchstauben in der AOC-Klasse. 2 Züchter stellten uns 10 Tiere vor. Insgesamt sollten diese in der Größe, Brustbreite und Brusttiefe mehr zulegen. In der Grundfarbe ist auf mehr Gleichmäßigkeit, besonders in der Brustfarbe zu achten. In der Schuppung musste eine bessere Ausrundung der Ovale und reineres Schuppungsweiß gewünscht werden. Um die Saumfarbe zu halten, müssen wir etwas Schwanzbinde tolerieren. (hv Ch. Braun)

64 Täuber (48j u.16a) der Farbe Blau mit weißen Binden sind zur Bewertung angetreten. Eine wesentliche Verbesserung der Qualität gegenüber dem Vorjahr. Die Ausgezeichneten verfügten über ausreichende Größe und eine ausgewogene Form. Sie wussten in Brustbreite und Brusttiefe zu überzeugen. Alle, die in dieser Position Defizite hatten, mussten Punktabzug hinnehmen. Ein Problem, das immer wieder auftritt, ist die nachlassende Saumfarbe. Graue Saume lassen keine sg Bewertung zu, eine bekannte Tatsache, die die Züchter immer wieder bei der Zuchtplanung berücksichtigen müssen. Wir brauchen zur Zucht unbedingt die Tiere, die von der Saumbreite an der Grenze sind, sprich zu breit sind. Doch dann sollten diese einen geschlossenen Saum und reines Bindenweiß zeigen. Nur wenigen Tieren wurde eine reinere Brustfarbe gewünscht. Der Wunsch nach besserer Bindentrennung und besseren Bindenschwung sowie nach glatteren Bindensaum musste öfter vermerkt werden. In der Augenfarbe gab es keine besonderen Ausfälle. Das Wiegen der ausgezeichneten Luchstauben zeigte uns, dass der Größenrahmen ausreichend ist. Auf keinen Fall sollten diese noch schwerer werden. Die Zuchtfreudigkeit wird es uns danken. Wünsche nach besserer Rückenabdeckung mussten vereinzelt aufgezeigt werden. (V K. Schütte, hv L. Schedl, L. Poschizki, M. Wohlgezogen 2x und M. Gambel)

Auch die 77 Täubinnen(64j,13a) zeigten sich in der Qualität wieder wesentlich verbessert, eine deutliche Steigerung gegenüber der letzten Schausaison. Überwiegend feine Formentiere mit entsprechender Größe, Grundfarbe und Binden zeigten sich dem Betrachter. Unserer Zuchtfreund Lars Poschizki setzte hier mit seinen Tieren Maßstäbe. Eine hoch anzuerkennende züchterische Leistung. Alle die hier nicht mithalten konnten (Brustbreite, Brusttiefe, Grundfarbe, Bindenweiß und Bindentrennung) mussten Punktabzüge hinnehmen. (V L. Poschizki2x, hv L. Poschizki2x, F. Wittmann, K. Grychtol und L. Schedl)

Gegenüber der letzten HSS konnte der Farbenschlag Blau mit weißen Binden farbschwingig (34 1,0 und 36 0,1) die Qualität nicht halten. Auch wenn die Form und Größe in Ordnung waren, trennten hier Grundfarbe, Binden (Bindensaum, Bindentrennung und Bindenlage) die Spreu vom Weizen. Intensivere Saumfarbe und bessere Bindenlage und Bindentrennung wurden mehrfach in der Wunschspalte vermerkt. Fein in dieser Kollektion die Köpfe. Bei den 1,0 konnte leider kein V vergeben werden. (hv G. Streich 2x, L. Poschizki)

Die ausgestellten Täubinnen zeigten auch in dieser Kollektion eine bessere Form als ihre männlichen Vertreter. Auch wenn 2 Täubinnen mit der Note V besonders herausgestellt werden konnten, zeigten viele 95 Tiere Spitzenqualität, nur minimale Wünsche in den Binden ließen keine höhere Bewertungsnote zu. Nur 3 Täubinnen mussten der Note g vorliebnehmen.

Die gleichen Wünsche, die bei den 1,0 aufgezeigt wurden, wurden auch bei den Täubinnen vermerkt. Das lose Brust und Bauchgefieder ist weiter zurückgedränt worden. (V L. Poschizki, M. Militzer, hv H. Denzler, L. Poschizki)

Der Königsfarbenschlag, Blau-weißgeschuppt, ging mit 108 1,0 (91j u. 17a) in den Wettbewerb. Um zu den Preistieren zu gehören, mussten schon eine vorzügliche Form mit entsprechender Größe gezeigt werden. Dazu das Markenzeichen dieses Farbenschlages eine fehlerfreie Schuppung. Die Tiere mit Wünschen in der Brustbreite und oder Brusttiefe konnten hier kein sg mehr erreichen, auch solche mit grauen Schuppungssaum und ungleichmäßiger Schuppung (gerade im Herzbereich). Die Köpfe, im Allgemeinen schon verbessert, müssen z.T. noch männlicher werden. Ein Übel, Rost im Schuppungsweiß, ist wieder vermehrt aufgetreten und wurde entsprechend mit Punktabzug geahndet. Die Note b war hier die Konsequenz. Die V Tiere verkörperten das derzeit Machbare und waren eine eindrucksvolle Werbung für unsere Luchstauben. Feine Grundfarbe und perfekte Schuppung waren diesen Tieren eigen. Auch hier zeigten viele 95 Tiere Spitzenqualität. (V J. Windorfer 2x, P. Plendl, hv M. Hauser, F. Kuffer 2x)

Auch die 134 0,1 dieses Farbenschlages (121j u. 13a) zeigten in ihren Reihen wunderschöne Rassevertreter. Auch wenn bei einigen Tieren hier kritisch vermerkt werden musste, das Wünsche in der Gleichmäßigkeit der Schuppung, der Schuppungsovale und der Saumfarbe gefordert wurden. Das hohe Zuchtziel, eine vorzügliche Form mit feiner Grundfarbe und perfekter Schuppung zu vereinen, ist schon eine Meisterleistung. Auch in dieser Kollektion einige Tiere mit unsauberen Schuppungsweiß (Rost). Die Augenfarbe lag im Bereich der Standartvorderung. Die Köpfe gefielen mir insgesamt gesehen besser als bei den 1,0. (V M. Hauser, M. Ott, hv F. Kuffer, M. Ott, A. Pieper, K. Kiesewetter, A. Scharf, R. Plendl)

Der Farbenschlag, Blau-weißgeschuppt farbschwingig, war mit 52 Tieren präsent. Um hier zu den Gewinnern zu gehören, musste nicht nur die Form und Grundfarbe überzeugend sein, sondern auch die Zeichnung. Die ausgezeichneten Tiere geben uns die Richtung vor. Auch wenn diese in der Schuppung noch nicht an die Spitzentiere des weißschwingigen Farbenschlages heranreichen, ist der Abstand geringer geworden. Unser Zuchtfreund G. Voigt hatte hier die Messlatte sehr hochgelegt und war der Gewinner in diesem Farbenschlag. Auch das v Tier von S. Weiß konnte gefallen. Wünsche galten der Brustausformung in Breite und Tiefe sowie der Schuppung. Die Ausrundung der Schuppungsovale und die Gleichmäßigkeit des Saumes sind Baustellen für die Zukunft. (V G. Voigt, S. Weiß, hv g. Voigt 2x)

65 Käfige belegte der Farbenschlag Schwarz mit weißen Binden. Exzellente Formen mit feiner Grundfarbe und Binden waren darunter zu finden und zeigten den hohen Zuchtstand dieses Farbenschlages. Wünsche nach mehr Brustbreite und Brusttiefe, nach satterer glanzreiche Grundfarbe und nach besserer Bindentrennung und Bindenreinheit sorgten auch in dieser Kollektion für Abstufung. Die Grundfarbe sollte noch gleichmäßiger werden. Aufgehellte Grundfarbe hinter der 2. Binde ist ein Warnsignal und sollte in der Zuchtplanung berücksichtigt werden. Die durchgefärbte Ortfeder bleibt nach wie vor unser Zuchtziel. Auf gut abgedeckte Rücken ist weiter zu achten. Alle Spitzentiere stammten aus dem Schlag unseres Zuchtfreundes H. Wegerer. Hochachtung vor dieser züchterischen Leistung. (V H. Wegerer 2x, hv H. Wegerer 3x)

Die Qualität unserer 38 ausgestellten Schwarzen mit weißen Binden farbschwingig hat gegenüber unserer letzten HSS nachgelassen. Sie müssen insgesamt wieder kräftiger werden. Die Brustbetonung (Brustbreite und Brusttiefe) konnte bei vielen Tieren ausgeprägter sein. Eine weitere Baustelle ist die Bindenführung und Bindenreinheit. Hier wartet noch viele züchterische Arbeit. Vielleicht hätte das Ergebnis anders ausgesehen, wenn der sonst führende Züchter dieses Farbenschlages seine Käfige nicht leer gelassen hätte. Aus welchen Gründen auch immer. (hv H. Wegerer)

Die Schwarz-weißgeschuppten stellten einmal mehr mit 79 Tieren Ihre Beliebtheit unter Beweis und zeigten eine hohe Durchschnittsqualität. In gewohnter Weise überzeugende Formen mit feiner Grundfarbe und Schuppung. Und was die Bindenreinheit betrifft, ist hier enormes geleistet worden. Die zuchtstandsbezogene Bewertung hat uns hier wesentlich vorangebracht. Die herausgestellten V- Tiere sind eine Werbung für diesen Farbenschlag, was durch den Kontrast Schwarz-Weiß noch besonders unterstützt wird. Bei nur wenigen Tieren mussten Wünsche und Mängel in der Form, Grundfarbe und Schuppung aufgezeigt werden. Der Farbenschlag wird weiter seinen Erfolgsweg gehen. (V Ch. Dutschmann, J. Wenner hv W. Schubbert 2x, J. Borkenhagen, J. Wenner)

In der Kollektion Schwarz-weißgeschuppt farbschwingig konnten 58 Tiere begutachtet werden. Überragende Vertreter in der Spitze legten die Messlatte sehr hoch. Tiere mit Wünschen in der Form, Grundfarbe und Schuppung mussten Punktabzüge hinnehmen. Eine zielgerichtete, zuchtstandsbezogene Bewertung in den letzten Jahren hat wesentlich zum hohen Zuchtstand beigetragen. Auch in diesem Farbenschlag waren einige der mit 95 Punkten ausgezeichneten Luchstaube feine Rassevertreter. Da die Spitzentiere aus mehreren Zuchten stammen, lässt eine weitere Verbesserung der Qualität in der Zukunft erwarten. (V M. Guth, J. Jacob hv P. Chambon, M. Geinzer, J. Jacob)

Die Mannschaft der 45 Luchstauben Rot mit weißen Binden konnte formlich und von der Größe her betrachtet noch etwas zulegen. Wünsche nach mehr Brustbreite und Brusttiefe wurden richtungsweisend vermerkt. Was über den Wunschbereich hinausging ergab nur die Note g. In der Regel, fehlt Brustbreite und Brusttiefe, wirken die Tiere zu lang. Daraus resultiert der hohe Anteil von g-Noten. Selbst bei diesen Tieren traten schlecht abgedeckte Rücken auf. Aus den vorgenannten Gründen konnte in dieser Kollektion keine Höchstnote vergeben werden. Hier wartet noch viel Arbeit auf die Züchter dieses Farbenschlages. Dazu wünsche ich den Zuchtfreunden viel Erfolg. (hv D. Klausch, G. Glöckner, H. Auer).

42 Tiere Rot mit weißen Binden farbschwingig stellten sich der kritischen Bewertung des Preisrichters. Konsequent wurden hier in Fragen der Form, der Grundfarbe und Zeichnung Wünsche und Mängel aufgezeigt, die letztendlich zur Abstufung in der Kollektion führten. Nach wie vor bleibt die Schnabelfarbe eine Baustelle für die Zukunft. Zuchtziel muss der reine Wachsschnabel sein. Mehrere Tiere könnten in der Brustbreite und Unterlinie noch zulegen. Auch wenn die ausgezeichneten Tiere über Klasse Binden verfügten, mussten in der Kollektion Wünsche und oder Mängel im Bindenweiß, Bindenrand und Bindenlage aufgezeigt werden. Auch in diesem Farbenschlag einige Tiere, die den Rücken besser abdecken sollten. Wie beim gelben Farbenschlag, so auch hier, Tiere die in der Schwingen und Schwanzfarbe absetzten und Punktabzug erhielten. (V H. Westerwarp, St. Iding, hv L. Gierschner, H. Westerwarp, St. Iding)

Der Farbenschlag Rot-weißgeschuppt ist mit 85 Tieren zur Bewertung angetreten. Insgesamt muss eingeschätzt werden, das dieser Farbenschlag an Größe und Gewicht gegenüber den anderen Farbenschlägen noch zulegen muss. In dieser Kollektion konnten Tiere mit satter Grundfarbe, prima Schuppung und Kopfpunkten bewundert werden. Alle die in diesen Punkten nicht mithalten konnten, wurden mit Punktabzug bedacht. Tiere mit zu viel Farbstoff im Schild gehören nicht in den Ausstellungskäfig, obwohl diese für die Zucht durchaus wertvoll sein können. Absetzende Bauch- und Rückenfarbe wurde genauso wie schlecht durchgefärbte Schwanzfarbe mit Punktabzug bedacht. Ein Mustertier in Käfig-Nr. 866 vom Züchter w. Weidmann. Feine Form mit traumhafter Grundfarbe und gleichmäßiger Schuppung. (V W. Weidmann, hv W. Schubert, O. Carl, W. Weidmann)

Mit 30 Tieren zählt der Farbenschlag Rot-weißgeschuppt farbschwingig zu den seltenen Farbenschlägen. Was hier die wenigen Züchter geschafft haben fordert unseren Respekt. Die Schwierigkeiten in der Schwungfarbe, die immer wieder eine Gradwanderung darstellt, war bei den Preistieren mustergültig, wie auch die Größe und Form sowie Grundfarbe. Wünsche wurden vom Preisrichter nach mehr Unterlinie, Brustbreite und intensivere Schwingenfarbe aufgezeigt. Auch Probleme in der Schnabelfarbe mussten einige Male angemahnt werden. Klaus Beckmeier konnte hier den Förderpreis des SV-Vorsitzenden W. Dubrau erringen. (V K. Beckmeier, hv O. Carl)

Der Farbenschlag Gelb mit weißen Binden war mit 45 Tieren recht zahlreich vertreten. Das in diesem Farbenschlag die Höchstnote nicht vergeben werden konnte, spricht eine deutliche Sprache. Auch wenn die hv-Tiere den formlichen Ansprüchen genügten, musste vermehrt der Wunsch nach mehr Brustbreite und oder Brusttiefe geäußert werden. Wünsche in der Gleichmäßigkeit der Grundfarbe, Bindenreinheit, Bindenlage und Bindentrennung führten ebenfalls zu Abstufungen. Zeichnung im Herz- und Schildbereich sind weiter zurück zu drängen. Es wartet noch viel Arbeit, bis wir den Anschluss an die farbschwingigen Vettern vollzogen haben. Eine Anleihe an diesen Farbenschlag würde hier fruchten. Der weiße Schwung kommt relativ schnell wieder. Ein Versuch wäre es auf jeden Fall wert. (hv B. Fuchs, H. Wegerer)

Gelb mit weißen Binden farbschwingig (62 Tiere), ein Farbenschlag der schon lange nicht mehr zu den Seltenen gehört, brachte viel Licht aber auch viel Schatten zu Tage. Obwohl die Ausgezeichneten durch prima Form und Grundfarbe sowie Binden auffielen, zeigten sehr viele Tiere absetzende Schwung- und Schwanzfarbe. Bei einigen hätte hier ein Mängeleitrag erfolgen sollen. Eine Baustelle für die Zukunft. Geringfügige Abweichungen sind nach wie vor als Wunsch zu deklarieren, aber bitte, wenn es darüber hinaus geht, ist keine sg- Bewertung gerechtfertigt. Auch das Thema Rückenabdeckung ist in diesem Farbenschlag nicht außer Acht zu lassen. Auch der Wunsch nach durchgefärbten Schwanzgefieder musste hier auch wieder angemahnt werden. Kopf und Schnabelfarbe lagen überwiegend im Toleranzrahmen. Eine orangefarbene Augenfarbe ist unsere Zielstellung. (V H. Wegerer, N. Demleitner, R. Hamann, hv W. Pischke, N. Demleitner, P. Halipre, J. Beck)

73 Gelb-weißgeschuppte Luchstauben zeigten feine Formen, Grundfarbe und Schuppung. Form und Größe waren sehr ausgeglichen ohne große Ausfälle. Auch die Grundfarbe ohne Fehl und Tadel, sehr gleichmäßig. Wünsche in der Schwanzfarbe wurden zuchtstandbezogen bewertet. Im Schuppungsweiß, Ausrundung der Schuppungsovale und der Schuppung des Herzbereiches traten Wünsche und Mängel auf, die letztendlich die Abstufung innerhalb der Kollektion ausmachten. Die herausgestellten Tiere demonstrierten den hohen Zuchtstand dieses Farbenschlages. Eine Werbung für diesen Farbenschlag. (V H. Schlosser 2x, hv J. Weber)

Der Farbenschlag Gelb-weißgeschuppt farbschwingig stellte sich mit 45 Tieren dem Urteil des Sonderrichters. Ein Farbenschlag der sich in der Qualität von Jahr zu Jahr verbesserte. Wenn auch auf der letzten HSS die hohe Qualität hervorgehoben wurde, ist eine weitere Steigerung eingetreten. Formlich keine Ausfälle, sorgten schon kleine Differenzen in der Zeichnung und Schwungfarbe für Abstufungen. Die Tiere des Züchters L. Schedl setzten, wie schon in der Vergangenheit, so auch auf dieser HSS, Maßstäbe. Der mit V bewertete Jungtäuber des Züchters ist für diesen Farbenschlag, selbst in Schuppung und Schwingenfarbe, eine Ausnahmeerscheinung. Für mich persönlich das schönste Tier bei den „bunten“ Farbenschlägen. Meine Anerkennung für diese züchterische Leistung. (V L. Schedl, hv L. Schedl 4x)

Zum Schluss meines Berichtes möchte ich mich besonders bei unseren Preisrichtern für die kameradschaftliche und konstruktive Zusammenarbeit bedanken. Freuen wir uns auf ein Wiedersehen zur 56. Hauptsonderschau vom 07.-10. 01.2021 in Neudrossenfeld. Allen Sonderrichtern des Sondervereins bitte ich diesen Termin vorzumerken, es wird jeder SR dringend gebraucht.

                                                                                   Alwin Herrmann

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