55. Hauptsonderschau des SV der Luchstaubenzüchter

Vom 2.-5.01.2020 fand wie immer am Traditionsort Neudrossenfeld unter der Schirmherrschaft des Landrates des Landkreises Kulmbach Klaus Peter Söller unsere HSS statt. Mit 1177 Tauben waren beste Rahmenbedingungen gegeben, die durch die Ausstellungsleitung Stefan Iding und Jürgen Beck für einen vollen Erfolg der 55.HSS sorgten.

Einreihiger Käfigaufbau in Augenhöhe und hervorragende Lichtverhältnisse trugen maßgeblich dazu bei.

Unser besonderer Dank gilt dem Geflügel- und Kaninchenzuchtverein Neudrossenfeld und Umgebung e. V. unter Leitung seines Vorsitzenden Harald Kull für die Unterstützung und Versorgung der Aussteller und Besucher.

Bevor ich zur Einschätzung der einzelnen Farbenschläge komme, vorweg einige grundlegende Bemerkungen.

Unsere Luchstaube soll und muss eine Formtaube bleiben, die durch Betonung der Brustbreite und Brusttiefe auf sich aufmerksam macht. Auch wenn wir in der Zeichnung Binden und Schuppung eine Perfektion erreicht haben, die selbst bei unseren Farbentauben seines Gleichen sucht.

Bei der Bewertung unserer Luchstauben ist folgende Reihenfolge unbedingt einzuhalten: Form, Grundfarbe, Zeichnung. Ein Tier mit einer vorzüglichen Binde bzw. Schuppung, aber Wünsche o. Mängel in der Form und oder Grundfarbe hat, hat keinen Anspruch auf eine sg Bewertung.

Auch wenn wir keine King- oder Strasserköpfe haben wollen, müssen wir auf mehr Substanz und Form des Kopfes hinarbeiten. Der Luchstaubenkopf zeichnet sich dadurch aus, das sich der höchste Punkt des Kopfzuges vor dem Auge befindet. Gerade unsere 1,0 sollten schon als solche am Kopf erkennbar sein.

Die Rückenabdeckung ist nach wie vor eine Aufgabenstellung, nicht nur im blaugeschuppten Farbenschlag, obwohl wir hier schon viel erreicht haben. Auffallend viele schwarze Tiere zeigten auf der HSS eine schlechte Rückenabdeckung, vereinzelt auch bei Rot und Gelb. Hier müssen wir von Anfang an gegensteuern, um einer Ausbreitung dieses Übels entgegenzuwirken.

Die Augenfarbe bei unseren gelben Farbenschlägen gilt weiterhin unsere Aufmerksamkeit, denn diese kann ruhig intensiver gewünscht werden.

Auch wenn unsere blauen Farbenschläge Ortfedern zeigen, was genetisch bedingt ist, müssen wir bei unseren Schwarzen, Roten und Gelben Luchstauben auf durchgefärbte Ortfedern bzw. Schwanzfarbe hinarbeiten.

Diese hier genannten Schwerpunkte sollten wir beachten, um den hohen Zuchtstand unserer Luchstauben zu festigen bzw. zu erhalten.

Gewinner der Gedächtnis- und Förderpreise waren:

Friedrich Wilhelm Müller Gedächtnispreis auf alle Blauen- weißschwingigen:

Poschizki, Lars auf blau mit weißen Binden mit 386 Punkten

Hans Häuser Gedächtnispreis auf alle Schwarz-, Rot-, Gelben weißschwingigen:

Wegerer, Hermann auf Schwarz mit weißen Binden mit 386 Punkten

Werner Deutschmann Gedächtnispreis auf alle Farbschwingigen:

Schedl, Ludwig auf gelb-weißgeschuppt mit 385 Punkten.

SV Vorsitzender Wolfgang Dubrau stiftete 2 Förderpreise auf 4 Jungtiere der 2 zahlenmäßig schwächsten Farbenschläge:

gelb-weißgeschuppt farbschwingig       Schedl, Ludwig mit 373 Punkten

rot-weißgeschuppt farbschwingig         Beckmeier, Klaus mit 378 Punkten

Michael Gambel Wanderpokal auf 6 Jungtiere:

Wegerer, Hermann Schwarz mit weißen Binden weißschwingig mit 577 Punkten

Den Reigen der Ausstellungstiere eröffneten zur 55. HSS unsere Silber-weißgeschuppten Luchstauben in der AOC-Klasse. 2 Züchter stellten uns 10 Tiere vor. Insgesamt sollten diese in der Größe, Brustbreite und Brusttiefe mehr zulegen. In der Grundfarbe ist auf mehr Gleichmäßigkeit, besonders in der Brustfarbe zu achten. In der Schuppung musste eine bessere Ausrundung der Ovale und reineres Schuppungsweiß gewünscht werden. Um die Saumfarbe zu halten, müssen wir etwas Schwanzbinde tolerieren. (hv Ch. Braun)

64 Täuber (48j u.16a) der Farbe Blau mit weißen Binden sind zur Bewertung angetreten. Eine wesentliche Verbesserung der Qualität gegenüber dem Vorjahr. Die Ausgezeichneten verfügten über ausreichende Größe und eine ausgewogene Form. Sie wussten in Brustbreite und Brusttiefe zu überzeugen. Alle, die in dieser Position Defizite hatten, mussten Punktabzug hinnehmen. Ein Problem, das immer wieder auftritt, ist die nachlassende Saumfarbe. Graue Saume lassen keine sg Bewertung zu, eine bekannte Tatsache, die die Züchter immer wieder bei der Zuchtplanung berücksichtigen müssen. Wir brauchen zur Zucht unbedingt die Tiere, die von der Saumbreite an der Grenze sind, sprich zu breit sind. Doch dann sollten diese einen geschlossenen Saum und reines Bindenweiß zeigen. Nur wenigen Tieren wurde eine reinere Brustfarbe gewünscht. Der Wunsch nach besserer Bindentrennung und besseren Bindenschwung sowie nach glatteren Bindensaum musste öfter vermerkt werden. In der Augenfarbe gab es keine besonderen Ausfälle. Das Wiegen der ausgezeichneten Luchstauben zeigte uns, dass der Größenrahmen ausreichend ist. Auf keinen Fall sollten diese noch schwerer werden. Die Zuchtfreudigkeit wird es uns danken. Wünsche nach besserer Rückenabdeckung mussten vereinzelt aufgezeigt werden. (V K. Schütte, hv L. Schedl, L. Poschizki, M. Wohlgezogen 2x und M. Gambel)

Auch die 77 Täubinnen(64j,13a) zeigten sich in der Qualität wieder wesentlich verbessert, eine deutliche Steigerung gegenüber der letzten Schausaison. Überwiegend feine Formentiere mit entsprechender Größe, Grundfarbe und Binden zeigten sich dem Betrachter. Unserer Zuchtfreund Lars Poschizki setzte hier mit seinen Tieren Maßstäbe. Eine hoch anzuerkennende züchterische Leistung. Alle die hier nicht mithalten konnten (Brustbreite, Brusttiefe, Grundfarbe, Bindenweiß und Bindentrennung) mussten Punktabzüge hinnehmen. (V L. Poschizki2x, hv L. Poschizki2x, F. Wittmann, K. Grychtol und L. Schedl)

Gegenüber der letzten HSS konnte der Farbenschlag Blau mit weißen Binden farbschwingig (34 1,0 und 36 0,1) die Qualität nicht halten. Auch wenn die Form und Größe in Ordnung waren, trennten hier Grundfarbe, Binden (Bindensaum, Bindentrennung und Bindenlage) die Spreu vom Weizen. Intensivere Saumfarbe und bessere Bindenlage und Bindentrennung wurden mehrfach in der Wunschspalte vermerkt. Fein in dieser Kollektion die Köpfe. Bei den 1,0 konnte leider kein V vergeben werden. (hv G. Streich 2x, L. Poschizki)

Die ausgestellten Täubinnen zeigten auch in dieser Kollektion eine bessere Form als ihre männlichen Vertreter. Auch wenn 2 Täubinnen mit der Note V besonders herausgestellt werden konnten, zeigten viele 95 Tiere Spitzenqualität, nur minimale Wünsche in den Binden ließen keine höhere Bewertungsnote zu. Nur 3 Täubinnen mussten der Note g vorliebnehmen.

Die gleichen Wünsche, die bei den 1,0 aufgezeigt wurden, wurden auch bei den Täubinnen vermerkt. Das lose Brust und Bauchgefieder ist weiter zurückgedränt worden. (V L. Poschizki, M. Militzer, hv H. Denzler, L. Poschizki)

Der Königsfarbenschlag, Blau-weißgeschuppt, ging mit 108 1,0 (91j u. 17a) in den Wettbewerb. Um zu den Preistieren zu gehören, mussten schon eine vorzügliche Form mit entsprechender Größe gezeigt werden. Dazu das Markenzeichen dieses Farbenschlages eine fehlerfreie Schuppung. Die Tiere mit Wünschen in der Brustbreite und oder Brusttiefe konnten hier kein sg mehr erreichen, auch solche mit grauen Schuppungssaum und ungleichmäßiger Schuppung (gerade im Herzbereich). Die Köpfe, im Allgemeinen schon verbessert, müssen z.T. noch männlicher werden. Ein Übel, Rost im Schuppungsweiß, ist wieder vermehrt aufgetreten und wurde entsprechend mit Punktabzug geahndet. Die Note b war hier die Konsequenz. Die V Tiere verkörperten das derzeit Machbare und waren eine eindrucksvolle Werbung für unsere Luchstauben. Feine Grundfarbe und perfekte Schuppung waren diesen Tieren eigen. Auch hier zeigten viele 95 Tiere Spitzenqualität. (V J. Windorfer 2x, P. Plendl, hv M. Hauser, F. Kuffer 2x)

Auch die 134 0,1 dieses Farbenschlages (121j u. 13a) zeigten in ihren Reihen wunderschöne Rassevertreter. Auch wenn bei einigen Tieren hier kritisch vermerkt werden musste, das Wünsche in der Gleichmäßigkeit der Schuppung, der Schuppungsovale und der Saumfarbe gefordert wurden. Das hohe Zuchtziel, eine vorzügliche Form mit feiner Grundfarbe und perfekter Schuppung zu vereinen, ist schon eine Meisterleistung. Auch in dieser Kollektion einige Tiere mit unsauberen Schuppungsweiß (Rost). Die Augenfarbe lag im Bereich der Standartvorderung. Die Köpfe gefielen mir insgesamt gesehen besser als bei den 1,0. (V M. Hauser, M. Ott, hv F. Kuffer, M. Ott, A. Pieper, K. Kiesewetter, A. Scharf, R. Plendl)

Der Farbenschlag, Blau-weißgeschuppt farbschwingig, war mit 52 Tieren präsent. Um hier zu den Gewinnern zu gehören, musste nicht nur die Form und Grundfarbe überzeugend sein, sondern auch die Zeichnung. Die ausgezeichneten Tiere geben uns die Richtung vor. Auch wenn diese in der Schuppung noch nicht an die Spitzentiere des weißschwingigen Farbenschlages heranreichen, ist der Abstand geringer geworden. Unser Zuchtfreund G. Voigt hatte hier die Messlatte sehr hochgelegt und war der Gewinner in diesem Farbenschlag. Auch das v Tier von S. Weiß konnte gefallen. Wünsche galten der Brustausformung in Breite und Tiefe sowie der Schuppung. Die Ausrundung der Schuppungsovale und die Gleichmäßigkeit des Saumes sind Baustellen für die Zukunft. (V G. Voigt, S. Weiß, hv g. Voigt 2x)

65 Käfige belegte der Farbenschlag Schwarz mit weißen Binden. Exzellente Formen mit feiner Grundfarbe und Binden waren darunter zu finden und zeigten den hohen Zuchtstand dieses Farbenschlages. Wünsche nach mehr Brustbreite und Brusttiefe, nach satterer glanzreiche Grundfarbe und nach besserer Bindentrennung und Bindenreinheit sorgten auch in dieser Kollektion für Abstufung. Die Grundfarbe sollte noch gleichmäßiger werden. Aufgehellte Grundfarbe hinter der 2. Binde ist ein Warnsignal und sollte in der Zuchtplanung berücksichtigt werden. Die durchgefärbte Ortfeder bleibt nach wie vor unser Zuchtziel. Auf gut abgedeckte Rücken ist weiter zu achten. Alle Spitzentiere stammten aus dem Schlag unseres Zuchtfreundes H. Wegerer. Hochachtung vor dieser züchterischen Leistung. (V H. Wegerer 2x, hv H. Wegerer 3x)

Die Qualität unserer 38 ausgestellten Schwarzen mit weißen Binden farbschwingig hat gegenüber unserer letzten HSS nachgelassen. Sie müssen insgesamt wieder kräftiger werden. Die Brustbetonung (Brustbreite und Brusttiefe) konnte bei vielen Tieren ausgeprägter sein. Eine weitere Baustelle ist die Bindenführung und Bindenreinheit. Hier wartet noch viele züchterische Arbeit. Vielleicht hätte das Ergebnis anders ausgesehen, wenn der sonst führende Züchter dieses Farbenschlages seine Käfige nicht leer gelassen hätte. Aus welchen Gründen auch immer. (hv H. Wegerer)

Die Schwarz-weißgeschuppten stellten einmal mehr mit 79 Tieren Ihre Beliebtheit unter Beweis und zeigten eine hohe Durchschnittsqualität. In gewohnter Weise überzeugende Formen mit feiner Grundfarbe und Schuppung. Und was die Bindenreinheit betrifft, ist hier enormes geleistet worden. Die zuchtstandsbezogene Bewertung hat uns hier wesentlich vorangebracht. Die herausgestellten V- Tiere sind eine Werbung für diesen Farbenschlag, was durch den Kontrast Schwarz-Weiß noch besonders unterstützt wird. Bei nur wenigen Tieren mussten Wünsche und Mängel in der Form, Grundfarbe und Schuppung aufgezeigt werden. Der Farbenschlag wird weiter seinen Erfolgsweg gehen. (V Ch. Dutschmann, J. Wenner hv W. Schubbert 2x, J. Borkenhagen, J. Wenner)

In der Kollektion Schwarz-weißgeschuppt farbschwingig konnten 58 Tiere begutachtet werden. Überragende Vertreter in der Spitze legten die Messlatte sehr hoch. Tiere mit Wünschen in der Form, Grundfarbe und Schuppung mussten Punktabzüge hinnehmen. Eine zielgerichtete, zuchtstandsbezogene Bewertung in den letzten Jahren hat wesentlich zum hohen Zuchtstand beigetragen. Auch in diesem Farbenschlag waren einige der mit 95 Punkten ausgezeichneten Luchstaube feine Rassevertreter. Da die Spitzentiere aus mehreren Zuchten stammen, lässt eine weitere Verbesserung der Qualität in der Zukunft erwarten. (V M. Guth, J. Jacob hv P. Chambon, M. Geinzer, J. Jacob)

Die Mannschaft der 45 Luchstauben Rot mit weißen Binden konnte formlich und von der Größe her betrachtet noch etwas zulegen. Wünsche nach mehr Brustbreite und Brusttiefe wurden richtungsweisend vermerkt. Was über den Wunschbereich hinausging ergab nur die Note g. In der Regel, fehlt Brustbreite und Brusttiefe, wirken die Tiere zu lang. Daraus resultiert der hohe Anteil von g-Noten. Selbst bei diesen Tieren traten schlecht abgedeckte Rücken auf. Aus den vorgenannten Gründen konnte in dieser Kollektion keine Höchstnote vergeben werden. Hier wartet noch viel Arbeit auf die Züchter dieses Farbenschlages. Dazu wünsche ich den Zuchtfreunden viel Erfolg. (hv D. Klausch, G. Glöckner, H. Auer).

42 Tiere Rot mit weißen Binden farbschwingig stellten sich der kritischen Bewertung des Preisrichters. Konsequent wurden hier in Fragen der Form, der Grundfarbe und Zeichnung Wünsche und Mängel aufgezeigt, die letztendlich zur Abstufung in der Kollektion führten. Nach wie vor bleibt die Schnabelfarbe eine Baustelle für die Zukunft. Zuchtziel muss der reine Wachsschnabel sein. Mehrere Tiere könnten in der Brustbreite und Unterlinie noch zulegen. Auch wenn die ausgezeichneten Tiere über Klasse Binden verfügten, mussten in der Kollektion Wünsche und oder Mängel im Bindenweiß, Bindenrand und Bindenlage aufgezeigt werden. Auch in diesem Farbenschlag einige Tiere, die den Rücken besser abdecken sollten. Wie beim gelben Farbenschlag, so auch hier, Tiere die in der Schwingen und Schwanzfarbe absetzten und Punktabzug erhielten. (V H. Westerwarp, St. Iding, hv L. Gierschner, H. Westerwarp, St. Iding)

Der Farbenschlag Rot-weißgeschuppt ist mit 85 Tieren zur Bewertung angetreten. Insgesamt muss eingeschätzt werden, das dieser Farbenschlag an Größe und Gewicht gegenüber den anderen Farbenschlägen noch zulegen muss. In dieser Kollektion konnten Tiere mit satter Grundfarbe, prima Schuppung und Kopfpunkten bewundert werden. Alle die in diesen Punkten nicht mithalten konnten, wurden mit Punktabzug bedacht. Tiere mit zu viel Farbstoff im Schild gehören nicht in den Ausstellungskäfig, obwohl diese für die Zucht durchaus wertvoll sein können. Absetzende Bauch- und Rückenfarbe wurde genauso wie schlecht durchgefärbte Schwanzfarbe mit Punktabzug bedacht. Ein Mustertier in Käfig-Nr. 866 vom Züchter w. Weidmann. Feine Form mit traumhafter Grundfarbe und gleichmäßiger Schuppung. (V W. Weidmann, hv W. Schubert, O. Carl, W. Weidmann)

Mit 30 Tieren zählt der Farbenschlag Rot-weißgeschuppt farbschwingig zu den seltenen Farbenschlägen. Was hier die wenigen Züchter geschafft haben fordert unseren Respekt. Die Schwierigkeiten in der Schwungfarbe, die immer wieder eine Gradwanderung darstellt, war bei den Preistieren mustergültig, wie auch die Größe und Form sowie Grundfarbe. Wünsche wurden vom Preisrichter nach mehr Unterlinie, Brustbreite und intensivere Schwingenfarbe aufgezeigt. Auch Probleme in der Schnabelfarbe mussten einige Male angemahnt werden. Klaus Beckmeier konnte hier den Förderpreis des SV-Vorsitzenden W. Dubrau erringen. (V K. Beckmeier, hv O. Carl)

Der Farbenschlag Gelb mit weißen Binden war mit 45 Tieren recht zahlreich vertreten. Das in diesem Farbenschlag die Höchstnote nicht vergeben werden konnte, spricht eine deutliche Sprache. Auch wenn die hv-Tiere den formlichen Ansprüchen genügten, musste vermehrt der Wunsch nach mehr Brustbreite und oder Brusttiefe geäußert werden. Wünsche in der Gleichmäßigkeit der Grundfarbe, Bindenreinheit, Bindenlage und Bindentrennung führten ebenfalls zu Abstufungen. Zeichnung im Herz- und Schildbereich sind weiter zurück zu drängen. Es wartet noch viel Arbeit, bis wir den Anschluss an die farbschwingigen Vettern vollzogen haben. Eine Anleihe an diesen Farbenschlag würde hier fruchten. Der weiße Schwung kommt relativ schnell wieder. Ein Versuch wäre es auf jeden Fall wert. (hv B. Fuchs, H. Wegerer)

Gelb mit weißen Binden farbschwingig (62 Tiere), ein Farbenschlag der schon lange nicht mehr zu den Seltenen gehört, brachte viel Licht aber auch viel Schatten zu Tage. Obwohl die Ausgezeichneten durch prima Form und Grundfarbe sowie Binden auffielen, zeigten sehr viele Tiere absetzende Schwung- und Schwanzfarbe. Bei einigen hätte hier ein Mängeleitrag erfolgen sollen. Eine Baustelle für die Zukunft. Geringfügige Abweichungen sind nach wie vor als Wunsch zu deklarieren, aber bitte, wenn es darüber hinaus geht, ist keine sg- Bewertung gerechtfertigt. Auch das Thema Rückenabdeckung ist in diesem Farbenschlag nicht außer Acht zu lassen. Auch der Wunsch nach durchgefärbten Schwanzgefieder musste hier auch wieder angemahnt werden. Kopf und Schnabelfarbe lagen überwiegend im Toleranzrahmen. Eine orangefarbene Augenfarbe ist unsere Zielstellung. (V H. Wegerer, N. Demleitner, R. Hamann, hv W. Pischke, N. Demleitner, P. Halipre, J. Beck)

73 Gelb-weißgeschuppte Luchstauben zeigten feine Formen, Grundfarbe und Schuppung. Form und Größe waren sehr ausgeglichen ohne große Ausfälle. Auch die Grundfarbe ohne Fehl und Tadel, sehr gleichmäßig. Wünsche in der Schwanzfarbe wurden zuchtstandbezogen bewertet. Im Schuppungsweiß, Ausrundung der Schuppungsovale und der Schuppung des Herzbereiches traten Wünsche und Mängel auf, die letztendlich die Abstufung innerhalb der Kollektion ausmachten. Die herausgestellten Tiere demonstrierten den hohen Zuchtstand dieses Farbenschlages. Eine Werbung für diesen Farbenschlag. (V H. Schlosser 2x, hv J. Weber)

Der Farbenschlag Gelb-weißgeschuppt farbschwingig stellte sich mit 45 Tieren dem Urteil des Sonderrichters. Ein Farbenschlag der sich in der Qualität von Jahr zu Jahr verbesserte. Wenn auch auf der letzten HSS die hohe Qualität hervorgehoben wurde, ist eine weitere Steigerung eingetreten. Formlich keine Ausfälle, sorgten schon kleine Differenzen in der Zeichnung und Schwungfarbe für Abstufungen. Die Tiere des Züchters L. Schedl setzten, wie schon in der Vergangenheit, so auch auf dieser HSS, Maßstäbe. Der mit V bewertete Jungtäuber des Züchters ist für diesen Farbenschlag, selbst in Schuppung und Schwingenfarbe, eine Ausnahmeerscheinung. Für mich persönlich das schönste Tier bei den „bunten“ Farbenschlägen. Meine Anerkennung für diese züchterische Leistung. (V L. Schedl, hv L. Schedl 4x)

Zum Schluss meines Berichtes möchte ich mich besonders bei unseren Preisrichtern für die kameradschaftliche und konstruktive Zusammenarbeit bedanken. Freuen wir uns auf ein Wiedersehen zur 56. Hauptsonderschau vom 07.-10. 01.2021 in Neudrossenfeld. Allen Sonderrichtern des Sondervereins bitte ich diesen Termin vorzumerken, es wird jeder SR dringend gebraucht.

                                                                                   Alwin Herrmann

54. Hauptsonderschau des SV der Luchstaubenzüchter

Vom 3.-6.01.2019 fand wie immer am Traditionsort Neudrossenfeld unter der Schirmherrschaft des Ersten Bürgermeisters Harald Hübner unsere HSS statt. Mit 1147 Tauben waren beste Rahmenbedingungen gegeben, die durch die Ausstellungsleitung Stefan Iding und Jürgen Beck für einen vollen Erfolg der 54.HSS sorgten.

Einreihiger Käfigaufbau in Augenhöhe und hervorragende Lichtverhältnisse trugen maßgeblich dazu bei.

Unser besonderer Dank gilt dem Geflügel- und Kaninchenzuchtverein Neudrossenfeld und Umgebung für die Unterstützung und Versorgung der Aussteller und Besucher

Bevor ich zur Einschätzung der einzelnen Farbenschläge komme, vorweg einige grundlegende Bemerkungen.

Unsere Luchstaube soll und muss eine Formtaube bleiben, die durch Betonung der Brustbreite und Brusttiefe auf sich aufmerksam macht. Auch wenn wir in der Zeichnung Binden und Schuppung eine Perfektion erreicht haben, die selbst bei unseren Farbentauben seines Gleichen sucht.

Bei der Bewertung unserer Luchstauben ist folgende Reihenfolge unbedingt einzuhalten: Form, Grundfarbe, Zeichnung. Ein Tier mit einer vorzüglichen Binde bzw. Schuppung, aber Wünsche o. Mängel in der Form und oder Grundfarbe hat, hat keinen Anspruch auf eine sg Bewertung.

Auch wenn wir keine King- oder Strasserköpfe haben wollen, müssen wir auf mehr Substanz und Form des Kopfes hinarbeiten. Der Luchstaubenkopf zeichnet sich dadurch aus, das sich der höchste Punkt des Kopfzuges vor dem Auge befindet. Gerade unsere 1,0 sollten schon als solche am Kopf erkennbar sein.

Die Rückenabdeckung ist nach wie vor eine Aufgabenstellung, nicht nur im blaugeschuppten Farbenschlag, obwohl wir hier schon viel erreicht haben. Auffallend viele schwarze Tiere zeigten auf der HSS eine schlechte Rückenabdeckung, vereinzelt auch bei Rot und Gelb. Hier müssen wir von Anfang an gegensteuern, um einer Ausbreitung dieses Übels entgegenzuwirken.

Die Augenfarbe bei unseren gelben Farbenschlägen gilt weiterhin unsere Aufmerksamkeit, denn diese kann ruhig intensiver gewünscht werden.

Auch wenn unsere blauen Farbenschläge Ortfedern zeigen, was genetisch bedingt ist, verlangen wir von unseren Schwarzen, Roten und Gelben Luchstauben durchgefärbte Ortfedern bzw. Schwanzfarbe.

Diese hier genannten Schwerpunkte sollten wir beachten, um den hohen Zuchtstand unserer Luchstauben zu festigen bzw. zu erhalten.

Gewinner der Gedächtnis- und Förderpreise waren:

Friedrich Wilhelm Müller Gedächtnispreis auf alle Blauen- weißschwingigen:

Ott, Michael auf blau-weißgeschuppt mit 385 Punkten

Hans Häuser Gedächtnispreis auf alle Schwarz-, Rot-, Gelben weißschwingigen:

Wegerer, Hermann auf Schwarz mit weißen Binden mit 386 Punkten

Werner Deutschmann Gedächtnispreis auf alle Farbschwingigen:

Denzler, Hans auf Blau mit weißen Binden mit 385 Punkten.

SV Vorsitzender Wolfgang Dubrau stiftete 2 Förderpreise auf 4 Jungtiere der 2 zahlenmäßig schwächsten Farbenschläge:

Rot-bindig weißschwingig            Sachs, Klaus mit 373 Punkten

Rot-weißgeschuppt farbschwingig        Beckmeier, Klaus mit 379 Punkten

Michael Gambel Wanderpokal auf 6 Jungtiere:

Wegerer, Hermann Schwarz mit weißen Binden weißschwingig mit 576 Punkten

Den Reigen der Ausstellungstiere eröffneten zur 54. HSS unsere gelben Farbenschläge. Von den 45 Luchstauben Gelb mit weißen Binden weißschwingig konnten ein wesentlicher Teil mehr Brustbreite und Brusttiefe vertragen. Einige hätten durchaus noch etwas kräftiger sein können. Meiner Meinung nach würde hier eine Anleihe an die farbschwingige Varität eine Verbesserung erzielbar machen. Die herausgestellten Tiere zeigten ausgewogene Formen mit feiner Grundfarbe und Binden. Sie geben uns die Zielstellung in der weiteren Zuchtarbeit vor. In der Grundfarbe sollten einige Tiere nicht härter werden. Zeigen sich Säume auf dem Schild ist es zu viel des Guten. Nach wie vor ist auf die Augenfarbe zu achten, reine gelbe Augen haben keinen Anspruch auf eine sg Bewertung. Auch die Köpfe sollten mehr Beachtung bei der Bewertung finden. Zeichnung im Schild und Herz müssen weiter zurückgedrängt werden. Auch dieser Farbenschlag sucht weitere Züchter um hier einen Zuchtfortschritt zu erreichen.

(V Christian Walther, Hermann Wegerer, hv Herrmann Wegerer, Steffen Herrmann 2x, Bernhard Fuchs)

In der Ausgeglichenheit der 56 Gelb m. w. Binden farbschwingigen ist ein Nachlassen festzustellen. Den hohen Zuchtstand demonstrieren eigentlich nur die herausgestellten Tiere. Kleiner werden unsere Luchstauben von alleine, eine alte Weisheit, bestätigt sich hier wieder. Auch in diesem Farbenschlag wurde bei einigen Tieren mehr Brustbreite und Brusttiefe gewünscht. Nach wie vor ist die Gleichmäßigkeit der Grundfarbe eine Baustelle. Absetzende Schwingen-, Schwanz- und Rückenfarbe mussten bemängelt werden. Überwiegend war die Augenfarbe zufriedenstellend. Die Binden der Spitzentiere sind schon sehr bestechend in Lage und Reinheit sowie Bindenschwung. Zeichnungsansätze im Schild müssen weiter zurückgedrängt werden.

(V Ludwig Schedl, Roland Hamann, hv Peter Bretall, Werner Pischke, Roland Hamann, Jochen Wenner)

64 Luchstauben Gelb-weißgeschuppt weißschwingig stellten sich dem Urteil des Preisrichters. Formlich eine recht ausgeglichene Kollektion mit entsprechender Größe, Grundfarbe und Köpfen. Die Schuppung war letztendlich ausschlaggebend für die Klassifizierung der Tiere. Alles was in Säumung abdriftete, war raus aus dem Rennen um vordere Plätze. Die Schuppungsovale sollten schon deutlich auf Schild und Herz ausgeprägt sein. Diesen Farbstoffverlust in der Schuppung kann meiner Meinung nach nur über den Einsatz des Farbenschlages Gelb m. w. B weißschwingig entgegengewirkt werden. Vollendete Schuppung ist das Markenzeichen unserer Spitzentiere. Dieser Farbenschlag befindet sich in guten Züchterhänden so, dass wir uns um diesen Farbenschlag keine Sorgen machen müssen.

(V Karl Rudolph, Jürgen Weber, Martin Eckl, hv Karl Rudolph, Jürgen Weber 2x, Martin Eckl)

Auch auf dieser Hauptsonderschau war die Qualität der 44 Gelb-weißgeschuppten farbschwingigen hoch einzuschätzen. Was die 8 Züchter hier in die Käfige gebracht haben verdient unseren Respekt. Feine Formen, Grundfarbe und Schuppung zeichneten unsere Spitzentiere aus. Nur Feinheiten entschieden über die Abstufung. Auch wenn die Grundfarbe bei einigen Tieren nicht dunkler werden darf, waren Schnabelfarbe und Schuppungsausprägung ausgezeichnet. Wünsche nach besserer Augenfarbe und Haltung waagerechter wurden bei einigen Tieren gefordert. Mängel in der Grundfarbe führten zu unteren Noten.

(V Ludwig Schedl 2x, hv Manfred Hoh, Helmut Beck, Gerd Glöckner)

Zu den seltenen Farbenschlägen zählen zweifelsfrei unsere Luchstauben Rot mit weißen Binden weißschwingig, die mit 26 Tieren zur Bewertung angetreten sind. Die ausgezeichneten Tiere zeigten das derzeit Machbare.

In der Kollektion waren Wünsche nach mehr Brustbreite und Brusttiefe sowie Größe mehrmals angemerkt. Auch in der Grundfarbe und der Bindenausprägung und Bindenreinheit taten sich Wünsche auf. Dieser Farbenschlag sucht unbedingt noch weitere Züchter. Es ist noch ein weiter Weg um Anschluss an die führenden Farbenschläge zu erlangen. Auch in Zukunft müssen wir hier zuchtfördernt die Bewertung gestalten, um eine Verbesserung zu erreichen.

(hv Detlef Klaus 2x, Volkmar Beier)

63 Luchstauben des Farbenschlages Rot m. w. B. farbschwingig waren ein sehr gutes Meldeergebnis. Konsequent wurden vom Sonderrichter die Vorgaben des Sondervereins durchgesetzt. Alle Tiere die Mängel in der Schnabelfarbe, in der Bindenreinheit und Grundfarbe hatten, kamen über ein g nicht hinaus. 25 g-Bewertungen sprechen eine deutliche Sprache. Schwachstellen dieses Farbenschlages wurden angesprochen und geben die weitere Zuchtarbeit vor. Die herausgestellten Tauben zeigten in eindrucksvoller Weise das Machbare und geben die weitere Zielstellung in der Zuchtarbeit vor. Feine Formentiere mit satter Grundfarbe, reiner Schnabelfarbe und Binden waren hier die Sieger. (V Peter Bretall, hv Horst Hartmann, Hartmut Westerwarp, Peter Bretall, Stefan Iding, Lothar Gierschner)

Der Farbenschlag Rot-weißgeschuppt weißschwingig füllte 61 Käfige. Die Ausgezeichneten sind schon Perlen der Luchstaubenzucht. Form, Grundfarbe und Schuppung waren beeindruckend. Aber insgesamt muss dieser Farbenschlag in der Größe noch zulegen. Auch in der Grundfarbe wurden Wünsche wie: Farbe lackreicher und gleichmäßiger aufgezeigt. Die Schnabelfarbe war aber überwiegend in Ordnung genauso die Augenfarbe. Tiere mit der fehlerhaften Säumung sind nicht mehr anzutreffen. Hier wurde also schon viel erreicht. Die Spitze ist breiter geworden und lässt auf eine weitere Verbesserung des Farbenschlages hoffen.

(v Wolfgang Schubert, hv Josef Deichl 2x, Wolfgang Schubert 2x, Gerhard Strathmann)

Zu den seltenen Farbenschlägen gehören zweifelsfrei die 23 Luchstauben Rot-weißgeschuppt farbschwingig. Diesem Farbenschlag ist eine breitere Zuchtbasis zu wünschen. Auch wenn wir mit den Herausgestellten zufrieden sein können, wartet noch viel Zuchtarbeit auf ihre Züchter. In Form und Größe wurden hin und wieder Wünsche und Mängel aufgezeigt. Auch in diesem Farbenschlag wurde bei einigen Tieren die Farbe lackreicher und gleichmäßiger gewünscht. Im Schuppungsweiß und in der Gleichmäßigkeit und Ausprägung der Schuppung haben die Züchter noch viel Arbeit vor sich. Nach wie vor trennt die Schwingenfarbe die Spreu vom Weizen. Auch wenn wir diese ohnehin nur im geschlossenen Zustand beurteilen, sollten sich diese im sichtbaren Bereich schon durchgefärbt zeigen. Auf reinere Schnabelfarbe ist weiter zu achten. Die treue Züchterschar dieses Farbenschlages, da bin ich zuversichtlich, wird diese Aufgabenstellung meistern. Dazu wünsche ich den Züchtern viel Erfolg. (hv Klaus Beckmeier)

Auch wenn wir mit der Durchschnittsqualität der 70 Luchstauben Schwarz mit weißen Binden weißschwingig zufrieden sein konnten, muss die Spitze noch breiter werden. Eine feine lackreiche Grundfarbe ist bei vielen schon vorhanden. Probleme bereiten nach wie vor der Bindenrand, die Bindentrennung und die Reinheit der Binden. Eine durchgefärbte Ortfeder ist nach wie vor unser Ziel. Die Tatsache, dass die Tiere mit dem schönsten Bindenweiß hier die größten Probleme haben, ist allgemein bekannt. Auch war bei einigen Tieren eine Aufhellung der Grundfarbe bis ins Graue nach der 2. Binde festzustellen. Durch entsprechende Zuchtwahl ist hier gegenzusteuern. Besonders hervorzuheben ist die feine Augenfarbe und Augenrandfarbe. Die ausgezeichneten Tiere glänzten durch wuchtige Form und saubere Grundfarbe, zeigten feine Bindenlage und Bindentrennung. Auch das Bindenweiß war bei ihnen mustergültig. (V Hermann Wegerer 2x, hv Herman Wegerer 2x, Christian Walther, Klaus Beckmeier)

Die Schwarzen mit weißen Binden farbschwingig stellten sich mit 36 Tieren der Konkurrenz. War dieser Farbenschlag bislang die Domäne eines Züchters, so ist auf dieser Schau die Spitze breiter geworden. Auch hier zeigten sich wunderbare Formtiere mit feiner Grundfarbe sowie Zeichnung dem Betrachter. Die vielen sg 95 Bewertungen sprechen hier eine deutliche Sprache. Wünsche traten hier analog wie beim weißschwingigen Farbenschlag auf. Obwohl dieser Farbenschlag mit der Bindenreinheit Probleme hat, zeigten uns die Herausgestellten schöne weiße Binden. (V W. Huttenlocher, hv Andre´ Richter)

Mit 110 Luchstauben Schwarz-weißgeschuppt weißschwingig konnte die Meldezahl der letzten HSS nicht erreicht werden. Die Qualität der gezeigten Tiere entschädigte uns aber umso mehr. Was hier in den letzten Jahren in der Form, Grundfarbe und Schuppung geleistet wurde, verdient unsere höchste Anerkennung. Die Preistiere zeigten hervorragende Formen, intensive Grundfarbe und gleichmäßige Schuppung. Besonders hervorzuheben sind die erreichte Bindenreinheit und ein sauberes Schuppungsweiß. Die Augenrandfarbe sollte beim Jungtier schon Schwarz sein, bei Alttieren ist hier entsprechende Milde walten zu lassen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Erlangung einer kürzeren Hinterpartie, gerade bei unseren 1,0. Die Spitzentiere setzen Maßstäbe für die weitere Zuchtarbeit. (V Jörg Borkenhagen, hv Jochen Wenner 2x, Petra Lützkendorf, Jens Jacob)

Die 60 Schwarz-weißgeschuppten farbschwingigen demonstrierten in beeindruckender Weise den hohen Zuchtstand. Man muss den Züchtern schon hohe Anerkennung für ihre geleistete Zuchtarbeit aussprechen.  In der Schuppung, im Schuppungsweiß haben sie sich gegenüber den weißschwingigen Vettern schon Vorteile erarbeitet. Auch in der Grundfarbe und Augenfarbe sowie in der Augenrandfarbe gab es wenig Ausfälle. Tiere die in der Grundfarbe des Schildes aufhellten wurden berechtigt abgestuft. Wie bei den Weißschwingigen ist bei den 1,0 auf eine kürzere Hinterpartie hinzuarbeiten. Ein Mangel, der sich in diesem Jahr gezeigt hat, ist das Auftreten von Flankenweiß. Diesem Übel müssen wir von Anfang an den Kampf ansagen. (V Jens Jacob, hv Jörg Borkenhagen, Jens Jacob 2x)

Die Blau-bindigen weißschwingigen Luchstauben stellten sich mit 145 Tieren der Bewertung. Der Farbenschlag tritt momentan auf der Stelle. Ein Phänomen, das eigentlich bekannt ist und schon mehrmals aufgezeigt wurde, ist die Tatsache, dass unsere Tiere schnell kleiner werden. Hier muss durch entsprechende Zuchtarbeit gegengesteuert werden. Auch in diesem Farbenschlag würde eine Anleihe an unsere farbschwingigen Vettern bestens fruchten. Ein Versuch wäre es allemal wert. Entsprechend der Wertigkeit der Hauptrassemerkmale Form, Grundfarbe und Zeichnung und gerade in dieser Reihenfolge ist dieser Farbenschlag wieder zu verbessern. Uns nützt die beste Binde nichts, wenn Probleme in der Form und Grundfarbe auftreten. Das helle „Silberblau“ muss weiter zurückgedrängt werden und eine betonte Brustbreite und Brusttiefe muss wieder Allgemeingut werden. Eine Aufgabenstellung wird nach wie vor die Form sein mit der dazugehörigen Kopfausbildung. Kleine Köpfe, gerade bei unseren 1,0 müssen weiter verdrängt werden. Wenn die Form und Grundfarbe hervorragend ist, dann ist die Binde in seiner Ausprägung das i-Tüpfelchen, das letztendlich ein V Tier auszeichnet. Unter den 0,1 viele Tiere die Wünsche in Brustbreite und Brusttiefe aufzeigten und so vom Größenrahmen an der untersten Grenze waren. Kurioser Weise zeigen diese Tiere die schönsten Binden. Eine alte Erkenntnis, auf ein großes Tier schöne Binden anzuzüchten ist schon weitaus schwieriger. Einige 0,1 setzten zu stark in der Bauchfarbe ab (zu hell) und erhielten berechtigt einen Mängeleintrag. (V Ludwig Schedl 2x, Lars Poschizki, K.-H. Rösch, hv Lars Poschizki, Michael Gambel 2x, Roland Hamann, Klaus Grychtol, Johannes Gerstner)

Ein Traum in „Blau“ waren die 75 Blau m. w. Binden farbschwingigen. Die große Überraschung der 54. HSS. 5 x V und 7 x hv zeugten von der überdurchschnittlichen Qualität dieser Kollektion.  Auch wenn Kritiker der Meinung sind, dass zu viel Höchstnoten vergeben wurden, stellt sich doch die Frage, welche Tiere sollten zurückgesetzt werden? Auch die 16 mit 95 Punkten bewerteten Tiere waren Perlen der Luchstaubenzucht. Feine Formentiere mit exzellenter Grundfarbe und Binden, sowie passenden Köpfen ließ die Herzen der Luchstaubenzüchter höherschlagen. Keine Ausfälle in der Augenfarbe und Randabdeckung. In dieser Qualität hat der Farbenschlag Vorbildwirkung für die anderen Farbenschläge. Das Erreichte gilt es zu festigen. Es wird ohne hin schwer sein, ein solches Ergebnis zu wiederholen. (V Lars Poschizki, Hans Denzler 3x, Günther Streich, hv Wohlgezogen, Lars Poschizki 3x, Hans Denzler 2x, Roland Hamann)

Der Königsfarbenschlag Blau-weißgeschuppt weißschwingig ist mit 189 Tieren in beiden Geschlechtern zur Bewertung angetreten. War es auf der letzten HHS die Domäne eines Züchters, so gehörten dieses Mal mehrere Zuchtfreunde zu den Gewinnern. Eine Entwicklung, die ich sehr begrüße, denn dann ist die Möglichkeit einer weiteren Qualitätsverbesserung gegeben. Es ist in diesem Farbenschlag viel erreicht worden, was formliche Belange, Fragen der Grundfarbe und der Schuppung anbetrifft. Graue Säume sind weiter zurückgedrängt worden und in Fragen Rückenabdeckung ist viel erreicht. Aber ein Problem, die Köpfe, verdienen weiterhin unsere Aufmerksamkeit. Gerade bei unseren 1,0 hatten einige mit dieser Problematik zu kämpfen. Der Täuber sollte auch schon vom Kopf her als solcher erkennbar sein. In der Augenfarbe gab es keine nennenswerten Ausfälle. Es ist schon eine Augenweide, wenn sich die Blaugeschuppten in Perfektion darstellen. Nur kleinste Abweichungen in Form, Grundfarbe und Schuppung sorgten hier für eine Differenzierung. Nicht nur in diesen Farbenschlag, generell gilt eine Bewertung von 95 Punkten zur Spitzengruppe gehörend, denn oft entscheiden feine Nuancen über eine höhere Bewertung. Wahre Meisterwerke der Zucht waren in dieser Kollektion zu bewundern. Eine Werbung für unsere Luchstauben.  (V Michael Ott 2x, Rudolf Plendl, Peter Hintzsch, Norbert Berenz, hv Kasten Kiesewetter, Ferdinand Kuffer, Norbert Berenz, Michael Ott, Rudolf Plendl 2x, Stefan Weiß, Peter Hintzsch 2x)

Im Farbenschlag Blau-weißgeschuppt farbschwingig stellten sich 62 Tiere dem Urteil des Preisrichters. Eine Kollektion die bei der letzten Hauptsonderschau noch in der Kritik stand, zeigte dieses Mal die gewohnte Ausgeglichenheit. Die Herausgestellten bestachen nicht nur in Form, Größe und Grundfarbe, sondern zeigten auch eine sehr gute Schuppungsveranlagung und Schuppungssaum. Tiere, die mit einer g-Bewertung vorlieb nehmen mussten, hatten Probleme in Form und Größe, Grundfarbe und Schuppungssaum. Zu helle Bauchfarbe, zu harter Schuppungssaum führten zu unteren Noten. Kopfausformung und Augenfarbe waren durchweg in Ordnung. Auch diese Kollektion lässt auf eine weitere Verbesserung dieses Farbenschlages hoffen. (V Hans Denzler, Günter Voigt, hv Hans Denzler 2x, Günter Voigt 2x, Stefan Weiß 2x, Walter Kapfinger 3x)

Den Abschluss der HSS bildeten 4 Silber-weißgeschuppte in der AOC Klasse. Insgesamt müssen die Tiere mehr Größe zeigen. Brustbreite und Brusttiefe wurde bei allen Tieren ausgeprägter verlangt. Wünsche nach reinem Schuppungsweiß und nach besser ausgerundeten Ovalen wurden vermerkt. Auch die Saumfarbe sollte auffälliger sein. Der Wunsch nach gleichmäßigerer Grundfarbe wurde vermerkt. Zu helle Bauchfarbe wurde mit dem entsprechenden Mängeleintrag geahndet. Es wartet noch viel Arbeit auf die Züchter dieses Farbenschlages.

Freuen wir uns auf die 55. Hauptsonderschau vom 02.-04.2020 in Neudrossenfeld. Ich wünsche allen Zuchtfreunden ein erfolgreiches Zuchtjahr.

Allen Sonderrichtern bitte ich, diesen Termin vorzumerken, denn es wird jeder Preisrichter gebraucht.

Alwin Herrmann
Zuchtwart