Schaubericht der AL

56. Hauptsonderschau des SV Luchstaube in Neudrossenfeld

Endlich….

Sicherlich keine übliche Überschrift für einen Nachbericht einer Hauptsonderschau, aber die 56. Hauptsonderschau und die 25. in Neudrossenfeld hat wirklich lange auf sich warten lassen…. Die abgelaufenen 3 Jahre haben uns allen viel abverlangt und nicht nur einmal fragten sich sicherlich viele von uns: Wofür das alles?

Ich denke diese Schau hat die Frage beantwortet: Ein Miteinander unter Freunden mit wunderschönen Luchstauben, ist das, was vieles vergessen lässt.

Aber dennoch ist die Zeit der Ausstellungspause nicht an jeden spurlos vorbei gegangen. So mancher war beim Einliefern der Tiere kaum wieder zu erkennen. Der Eine ist etwas grauer geworden, der Andere hatte einen Bart oder lange bzw. kurze Haare und wiederum ein anderer hatte so viel abgenommen, dass die Hosen nur so schlackerten. Dennoch gab es ein großes „Hallo“ und es war förmlich in der Luft spürbar, dass alle in freudiger Erwartung darauf brannten, ihre Tiere dem Vergleich und der Bewertungen Preisrichter zu stellen. Von Donnerstag an herrschte wie gewohnt in der Verkaufsklasse ein reges Treiben und nach so langer Zeit konnten wieder Tiere den Besitzer wechseln.

Obwohl wir nach der längeren Zwangspause etwas eingerostet waren, funktionierten die gewohnten Abläufe im Großen und Ganzen recht routiniert. Jürgen Beck und Team hatten den Aufbau perfekt gestaltet, Klaus Beckmeier hatte nach 2 vergebenen Anläufen bei der Eingabe der Meldebögen seine Feuerprobe bestanden und der Rest der Aufgaben wurden routiniert abgespult.

Und dennoch hat die Pandemie einiges verändert: Der SV ist digitaler geworden und der Vorstand hat die Schau in einigen Videokonferenzen im Vorfeld vorbereitet. Das sorgte insgesamt an den Schautagen für weniger Hektik. Die Aufgaben werden breiter gestreut und unser Team ist insgesamt flexibler geworden.

Nach 2 Jahren Pandemie standen einige Unterkünfte nicht mehr zur Verfügung und der ein oder andere musste sich neu orientieren. Die Luchstaubenzüchter sind dadurch im wahrsten Sinne des Wortes enger zusammengerückt und aufgrund einer aus unserer Sicht sehr frühen Sperrstunde wurde kurzerhand ein Zimmer mit 2 Kisten Bier und fast 20 Besuchern zur Gaststube umfunktioniert.

Neben der Geselligkeit hat uns allen aber auch die kameradschaftliche Diskussion an den Käfigen gefehlt. Nur im Wettbewerb sieht man, wo man selbst mit der eigenen Zucht steht und eine Hauptsonderschau mit über 1.000 Tieren ist die beste Gelegenheit dazu. Davon haben die Züchter reichlich Gebrauch gemacht. Besonders erfreulich war aus unserer Sicht auch, dass Luchstaubenzüchter aus Frankreich, Tschechien und Dänemark nicht den Weg nach Neudrossenfeld gescheut haben. Jörgen Iversen aus Dänemark ist schon mittlerweile als Sonderrichter eine Institution, aber auch die Anreise Paul Chambons aus der Nähe von Bordeaux verdient eine besondere Erwähnung.

Auf der Jahreshauptversammlung standen hauptsächlich Ehrungen für langjährige Mitglieder des SV an. Erstmalig wurde auch der Titel „Meister der Luchstaubenzucht“ verliehen. Hier gratulieren wir den Zuchtfreunden Herbert Auer, Günter Elwing, Kurt Erdt, Otto Erdt, Lothar Hausmann, Peter Hintzsch, Wolfgang Schubert, Christian Walter, Hermann Wegerer, Wilhelm Weidmann.

Die ersten “Meister der Luchstaubenzucht”

In diesem würdigen Rahmen wurden neben den Ehrungen für langjährige Mitglieder noch Alfred Ehm, Jürgen Ramscheid und Siegbert Zehe zu Ehrenmitgliedern für ihre Verdienste für den SV der Luchstaubenzücher ernannt.

Impressionen von der Jahreshauptversammlung:

Unser Vorstandsurgestein Heinrich Eggeling konnte in seiner gewohnt norddeutschen knorrigen Art von einer guten Kassenlage berichten. Aus gesundheitlichen Gründen wird er aber in Zukunft etwas kürzertreten und übergab das Amt des Kassierers in einer Rochade an seinen bisherigen Stellvertreter René Hammel und wird diesen unterstützen. Unser Dank an Heinrich für diese generöse Haltung!

Auf dem Züchterabend verteilten die Ausstellungsleiter Jürgen Beck und Stefan Iding die Hauptpreise. Das dauerte in diesem Jahr etwas länger, da der SV sich zum einen spendabler zeigte und zum anderen der KZV Neudrossenfeld zum Jubiläum 25 „Drossenfelder Krüge“ spendierte. Dennoch ließen sie es sich nicht nehmen über manche Erringer einige launige Worte zu verlieren.

Großer Gewinner des Abends war einmal mehr Ferdinand Kuffer, der auch den Wanderpokal auf 6 Jungtiere zum dritten Mal hintereinander errang. Dieser geht nun in seinen Besitz über. Ferdinand Kuffer erklärte sich bereit, einen neuen Wanderpokal zu stiften. Dafür einen herzlichen Dank.

Jürgen Beck nahm in einer Dankesrede Abschied als Ausstellungsleiter… eine Lücke, die nur schwer zu schließen sein wird – fachlich, aber vor allen Dingen auch menschlich. Glücklicherweise ist Jürgen nicht aus der Welt, so dass wir immer auf seinen Rat zurückgreifen können….

Jürgen Beck bei der Ansprache auf seiner letzten HSS als Ausstellungsleiter

Danach übernahm in gewohnter kurzweiliger Moderation Michel Ott die Auslosung der „Best of Show“. So mancher hatte viele Kugeln in der Lostrommel, aber nur einer konnte gewinnen. Das Losglück ereilte in diesem Jahr Roland Hamann, der sich riesig freute. Unser Dank an Michel, aber auch an den Spender Gerd Glöckner.

Roland Hamann, der glückliche Gewinner des “BoS”

Zu guter Letzt löste Stefan Iding noch eine verlorene Wette mit einer Runde „Kurzen“ ein und der Abend dann mit vielen Gesprächen unter Züchterkollegen seinen Lauf nahm… bevor die Glocke zur letzten Runde ertönte.

Am nächsten Morgen trafen wir uns dann alle mehr oder weniger ausgeschlafen wieder in der Halle. Das Aussetzen der Tiere gestaltete sich zunächst etwas schwierig, aber zum Glück landeten alle Tauben wieder bei ihren Besitzern.

Danach wieder einmal ein Abbau in Rekordzeit: In 40 Minuten war alles verstaut und dann gab es noch eine Brotzeit, bevor wir uns mit unseren Tieren auf den Weg nach Hause weg machten.

Abbau mit fleißigen Helfern
Napfreinigung
Brotzeit nach getaner Arbeit

Alles in allem war es wieder einmal ein tolles Erlebnis und auf der Rückfahrt war mir klar, was mir gefehlt hat und warum wir all die Mühe auf uns nehmen ….

Stefan Iding
Ausstellungsleiter

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